
Vision und Mission
Die Vision
Die Vision von Blooming Desert ist es, gemeinsam mit christlich geprägten Gemeinschaften im ländlichen Raum Kenias, die Konflikte mit Wildtieren erleben und unter den Folgen des Klimawandels leiden, Lösungen zu entwickeln, um sich aus dieser Situation zu befreien. Das Ziel ist es, über den Überlebenswillen hinaus, einen Sinn im Leben zu finden, den Ort, an den sie gestellt wurden, wertzuschätzen und mit diesem auch wertschätzend umzugehen. Dadurch können ein nachhaltiger Lebensstil erreicht, Konflikte mit Wildtieren reduziert, Folgen des Klimawandels begrenzt und Armut gemeinsam bekämpft werden.
Die Mission
Um diese Vision zu erreichen, wird ein speziell entwickeltes Umweltbildungsprogramm umgesetzt, das lokalen Gemeinden eine ganzheitliche Erfahrung bietet. Dazu gehören bibelbasierte Predigten zu Themen wie Wälder, Böden, Landwirtschaft oder Wildtiere sowie praktische Aktivitäten, die Lösungsansätze vorschlagen, alternative Einkommensquellen bieten, als Teil des gesamten Systems agieren und zum Staunen einladen.
Die vier Säulen unserer Arbeit

Praktische Umsetzung (mobil)
Ein Fokus unserer Arbeit ist die praktische Umsetzung von Blooming Desert in Kenia, unabhängig von einem Standort. Dabei arbeiten wir mit interessierten Personen oder Gruppen zusammen, um Methoden gegen Dürre, Überschwemmungen und Konflikte mit Wildtieren zu vermitteln und gemeinsam über die Natur lernen und staunen zu können. In der Vergangenheit konnten wir so bereits ein Camp mit jungen Erwachsenen inmitten der Natur veranstalten und Safaris für die lokale Bevölkerung wie beispielsweise für Pastoren anbieten.
Praktische Umsetzung (ortsgebunden)
Ein weiterer Teil der praktischen Umsetzung ist der ortsgebundene Aufbau eines Zentrums, um eine Gemeinde nicht nur kurzfristig zu begleiten, sondern das, wovon wir reden, auch selbst praktisch vorzuleben und Teil dieser Dorfgemeinschaft zu werden. Dies ist ein langwieriger Prozess und bedarf einer guten Planung. Dafür befinden wir uns aktuell auf Standortsuche, wofür im Vorfeld wichtige Faktoren formuliert wurden und momentan Gespräche mit verschiedenen Akteuren erfolgen.
Aufklärungsarbeit Glaube im Naturschutz
Während unserer Arbeit sticht immer wieder heraus, wie einige am Naturschutz interessierte Personen etwas skeptisch gegenüber der Einbindung von Religionen, insbesondere vom christlichen Glauben sind. Manche äußern sogar starke Abneigung und Aggressionen gegenüber Christ*innen oder generell Religionen. Aufgrund dieser Spannungen, widmet sich Blooming Desert auch der Aufklärungsarbeit, da Naturschutzarbeit in der Sprache bestehender Glaubenssysteme das Potenzial hat, an vielen Orten zu einem lebenswerteren Leben beizutragen. Dazu gehören Vorträge, Workshops, und andere Veranstaltungen.
Teilweise ist diese Skepsis nachvollziehbar. Religionen werden leider oft genutzt, um Menschen einzuschränken und ein Machtgefälle zu rechtfertigen. Schaut man jedoch tiefer in die heiligen Schriften der jeweiligen Religion, liest man schnell von Liebe und Frieden als Fundament des Glaubens. Der Glaube gibt dem Großteil der Weltbevölkerung einen Sinn im Leben, die Möglichkeit, die Welt um sich herum zu verstehen und Hoffnung, die vielen Menschen wie ein Anker in aussichtslosen Lebenssituationen dient. Dieser Glaube bildet den Grundstein von Gedanken, Handlungen und der Weltanschauung.
Oftmals kamen Naturschützer*innen aus Europa oder den USA nach Afrika und haben den Bewohnern gesagt, wie sie mit der Natur oder den Wildtieren umzugehen hätten. Dabei wurde oft davon ausgegangen, dass die Naturschützer*innen die Lösung hätten, auf die die lokale Bevölkerung nur gewartet hat. Ihre eigenen Ideen, Werte und Traditionen wurden oft nicht beachtet. Natürlich hat sich inzwischen manches verändert. Trotzdem wird die Kraft des Glaubens noch immer weitestgehend ignoriert, wobei er das Denken und Handeln definiert. Dabei ist es so wichtig, vor Ort zuzuhören, zu lernen und zu verstehen. Daher birgt es ein enormes Potential, nicht erst eine neue (vielleicht westliche oder naturwissenschaftliche) Sprache zu lehren, um das Problem so anzugehen, sondern in der lokalen vertrauten, verständlichen Sprache des Glaubens gemeinsam nach Antworten und Lösungen zu suchen. (Mehr dazu kann im Kapitel zur Verhaltenspsychologie in der Masterarbeit nachgelesen werden.)
Aufklärungsarbeit Schöpfungsverantwortung im Glauben
Auch von der christlichen Seite stoßen wir oft auf Unverständnis und Ignoranz. Zwar gibt es einen generellen Konsens, dass Nächstenliebe wichtig ist, jedoch wird diese Nächstenliebe teilweise eingeschränkt ausgelebt oder nicht mit der Natur, der Schöpfung, in Verbindung gebracht. Trotzdem hängen alle Menschenleben maßgeblich von unserer Umwelt ab, weshalb ein rücksichtsloser Umgang mit unserer Umwelt, direkte negative Auswirkungen auf die Leben vieler Menschen hat. Auch in diesem Rahmen werden verschiedene Veranstaltungen angeboten, die auch auf Anfrage stattfinden können.
Es wird gelehrt, dass Gott alles auf der Erde geschaffen hat und dass alles einzeln gut, zusammen aber sehr gut war. Nicht der Mensch selbst ist sehr gut geschaffen, sondern alles in Beziehung, in Abhängigkeit voneinander. Das erste Gebot, das die Menschen erhalten, ist, diese sehr gute Schöpfung liebevoll zu bewahren und jedem Tier einen passenden Namen zu geben. Hier wird deutlich, wie sehr der Mensch bis heute von der Natur abhängig ist und gleichzeitig eine wichtige Aufgabe hat, die ein enges Zusammenleben und tiefes Verständnis der Natur voraussetzen. Diese Naturverbundenheit setzt sich durch die gesamte Bibel fort, ist jedoch in vielen christlichen Kreisen weitestgehend verloren gegangen. Oft wurden das spirituelle Leben und das Streben nach Gerechtigkeit voneinander entkoppelt, der Fokus auf eines auf Kosten des anderen. Entweder geht es nur noch um die individuelle persönliche Beziehung mit Gott, oder es wird tatkräftig in sozialen Projekten mit angepackt. Und doch gehen eine gute Beziehung mit Gott und eine daraus erwachsene Motivation, sich für seine Kinder und Schöpfung einzusetzen, Hand in Hand.
Diese Schöpfungsbewahrung ist nicht nur eine uralte Idee vom Anbeginn der Zeit, sondern vielleicht heute wichtiger als je zuvor. Während unserer Arbeit, sind wir durch komplett ausgetrocknete Landschaften gefahren, in denen Gerippe von Rindern neben denen von Zebras lagen. Der Boden war rissig vor Trockenheit und die Familien konnten sich kaum noch ernähren, weil ihnen die Ernte lange vertrocknet war und ihre Tiere verhungerten. Viel zu spät kam der langersehnte Regen, doch nach einem Tag der Freude schlug es in Entsetzen um, als der Regen nicht aufhören wollte und ganze Siedlungen in den Fluten mit sich riss und sogar Menschen ertranken. Wir erfuhren, wie real die Klimakrise ist und merkten, wie uns unsere Nächstenliebe bei diesem Anblick vor Ohnmacht und Trauer aufschreien ließ. Ob es nun Naturschutz, Schöpfungsbewahrung oder Aufstehen gegen die Klimakrise heißt, es ist ein Akt der Nächstenliebe und somit tief verankert in der christlichen DNA.
01
Beobachten und Lernen
Sowohl im Naturschutz als auch in der Mission konnte ich schon beobachten wie Menschen mit einer ‚fertigen‘ Lösung an einen neuen Ort kommen und versuchen, diese umzusetzen ohne die Bedürfnisse, Werte, Herausforderungen und Traditionen der lokalen Bevölkerung zu kennen. Dementsprechend währte die Methode oft auch nicht lange, insbesondere nachdem diese Personen wieder abgereist sind. Ich hatte die Möglichkeit, genau diese lokalen Faktoren in den Jahren 2016 bis 2023 besser kennenzulernen und von der lokalen Bevölkerung in Uganda, Südafrika, Botsuana und Kenia zu lernen. Dieses unvoreingenommene Beobachten und Lernen sowie das Begegnen auf Augenhöhe mit Respekt ist außerordentlich wichtig für die weitere Zusammenarbeit und ein wertschätzendes Miteinander.
02
Entwicklung eines ersten Konzeptes
Zwischen August 2021 und Januar 2023 lebte ich in Kenia und konnte dort noch spezifischer beobachten und lernen während ich ein erstes Konzept mit und für eine dortige Gemeinde entwickelte. Weil die Erarbeitung das Thema meiner Masterarbeit war, wurden wissenschaftliche Grundlagen zu den Themen Wildtiermanagement, Mensch-Wildtier-Konflikte, Sozialpsychologie, Theologie, Forschung des Staunens und Schöpfungstheologie betrachtet. Basierend darauf konnte ein theoretischer Rahmen entwickelt und im Anschluss gemeinsam mit der Gemeinde auf ihre Bedürfnisse angepasst werden.
03
Öffentlichkeitsarbeit und Fundraising
Nach Abschluss des Masters kann ich nun anfangen, die Idee des Konzeptes in die Praxis umzusetzen. Für eine Umsetzung ist es jedoch vorerst notwendig, durch Öffentlichkeitsarbeit auf die Thematik und das Potential des Konzeptes aufmerksam zu machen und das spendenbasierte Projekt finanziell abzusichern. Aufgrund dessen bin ich momentan in Deutschland und Europa unterwegs, halte Vorträge in Gemeinden und Naturschutzeinrichtungen, treffe Menschen, gebe Workshops, gestalte Gottesdienste mit, gebe Lesungen, veranstalte Themenabende und stelle Fotos und Malereien zum Thema aus.
04
Standort finden
Auch wenn die Umsetzung des Konzeptes bei Interesse mobil umsetzbar ist und ich gerne Pastoren und Gemeinden dabei begleite, ist der Hauptaugenmerk auf einer festen Basis, um Teil der Gemeinde zu sein und nicht nur für eine kurze Zeit vorbeizukommen. Außerdem ist es mir wichtig, nicht nur von Dingen zu erzählen, sondern diese auch sichtbar selbst auszuleben. Daher ist der nächste Schritt, einen Ort in Kenia ausfindig zu machen, der sich gut als Standort der Basis eignet.
05
Aufbau der Basis
Sobald dieser Standort gefunden ist, kann der Aufbau der Basis beginnen. Diese soll nach Möglichkeit unser fester Wohnsitz werden, Raum für gelebte Gemeinschaft bieten, einen Garten haben, in dem neue Anbaumethoden ausprobiert und gelehrt werden sowie Bienenstöcke, an denen ökologische Bienenhaltung vermittelt werden kann. In einer anliegenden Baumschule sollen einheimische Baumarten aufgezogen und Wälder wiederaufgeforstet werden. Außerdem soll eine kleine Bibliothek Material für Aus- und Weiterbildungen in verschiedenen Bereichen zur Verfügung stellen. Außerdem ist geplant, ein Safariauto zu besitzen, um die lokale Gemeinde auf Safaris mitzunehmen und möglicherweise sogar selbst Safari Guides auszubilden.
Fortlaufende Wissenschaftliche Ermittlung des Fortschritts
Aufgrund der Nachfrage und des möglichen Potentials, mit diesem Ansatz sowohl die Konflikte zwischen Menschen und Tieren im südlichen und in Ostafrika zu entschärfen als auch Folgen des Klimawandels einzugrenzen, soll der Fortschritt während der Umsetzung empirisch festgehalten werden. Durch die wissenschaftliche Begleitung des Projektes soll es möglich sein, die Situation zu erfassen, nötige Veränderungen vorzunehmen und gleichzeitig auch anderen Organisationen diesen Ansatz nahezubringen und einander zu begleiten.